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Hemsbach/Weinheim. Der Luftsportverein Weinheim trauert um seinen Ehrenvorsitzenden, Fluglehrer und Piloten Franz Schork, der am Sonntag, sieben Monate nach seinem 95. Geburtstag, im Beisein seines in Frankreich lebenden Sohnes Gunter verstorben ist. Schork war bei den Segelfliegern eine lebende Legende. Er hat 62 Jahre lang unendlich viel für den LSV ehrenamtlich geleistet und ist ihm stets treu geblieben.

Noch im September des letzten Jahres erlebte er sein 47. Sommerfest auf der Altau. „Ich war bei allen Sommerfesten von Anfang an dabei und habe keines versäumt“, sagte der Ehrenvorsitzende, der 1972 mit Vizechef Theodor Heckmann aus Anlass des 40-jährigen Vereinsjubiläums das Sommerfest ins Leben gerufen hat.

Schork wurde bereits wenige Monate nach Gründung des Luftsportvereins am 1. Januar 1952 Mitglied. Er erlebte die ersten Segelflüge auf dem Hang in Fürth, kurze Zeit später auf dem Fluggelände in Hemsbach mit. Bereits zwei Jahre nach seinem Vereinseintritt übernahm der gebürtige Mannheimer den Vorsitz. Unter seiner Regie wurden Flugzeuge gebaut. Als der Pachtvertrag für das Hemsbacher Fluggelände auslief, organisierte Schork den Umzug auf die Weinheimer Altau. Zwei Flugzeughallen, die Fliegerklause, eine Schleppstrecke und die Tankanlage entstanden unter seiner Führung, ehe er den Vorsitz 1982 an Kurt Ehmann übergab.

Von 1958 bis 1994 gab Schork seine eigene Flugerfahrung als Fluglehrer weiter. Bei den über 35 Segelfluglagern, die der LSV ausrichtete, agierte er als Flugleiter. Schork, der von 1942 bis 1945 bei der Luftwaffe als Pilot im Einsatz war, flog Maschinen von 127 unterschiedlichen Typen. Ab 1967 war er Prüfungsrat für Segelflug, dann Motorsegler, von 1974 bis 2002 Beauftragter für Luftaufsicht beim Regierungspräsidium Karlsruhe. 1979 wurde er Landessieger im Segelflug; 1979, 1981 und 1983 war er Teilnehmer am Deutschlandflug. Zählt man die Starts und Landungen von 1954 bis 2002 sowie alle Flugstunden zusammen, die Schork in den Wolken über Weinheim verbracht hat, so kommen 6000 Stunden zusammen. 19 000 Starts legte der Ehrenvorsitzende des LSV Weinheim in seiner aktiven Zeit zurück. Ferner war der ehemalige Finanzbuchhalter, der über 40 Jahre beim Weinheimer Autohaus Jöst arbeitete, auch als Rechnungsprüfer beim baden-württembergischen Luftfahrtverband aktiv und wurde von diesem mit allem geehrt, was das Repertoire zu bieten hat. Gleiches gilt für seinen Verein, den LSV. Der Träger der goldenen Ehrennadel der Stadt Weinheim erhielt die höchste Auszeichnung des Deutschen Aero-Clubs, die silberne Daidalos-Medaille.

Franz Schork war sehr um den Nachwuchs bemüht. Von 1956 bis 1982 verbrachte er 2800 Schulungstage mit seinen Flugschülern in der Luft. Ganz stolz war er, dass vier seiner ehemaligen Flugschüler Piloten bei der Lufthansa sind. Einige wurden als Ausbilder und Piloten bei der Bundeswehr tätig. Schorks aufregendstes Erlebnis neben einem Abschuss im Krieg gab es 1970, als er im Karwendelgebirge bei Innsbruck notlanden musste und als verschollen galt. Drei Tage lang brauchte er für den 24 Kilometer langen Abstieg bei brusthohem Schnee. Sein Wunsch für den Luftsportverein war, dass die echte fliegerkameradschaft, der kreative Leistungswille und der klare Blick für die Zukunft als Grundlage seines Erfolges erhalten bleiben möge. pfr.

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